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Gedanken einer zweifach Mama

Gedanken einer zweifach Mama

 Für viele ist die Umstellung von keinem Kind auf ein Kind die größte Herausforderung. Für mich allerdings war die Umstellung von einem Kind auf zwei Kinder viel schwieriger. 

2024

In meiner ersten Schwangerschaft habe ich mich einsam gefühlt – Corona. Lockdown. Wir wissen eh noch alle wie es uns da ging. 

Mir fehlte der Austausch mit anderen Müttern. Ich wollte wissen, was es heißt, eine Mama zu sein. Die Verantwortung für ein Menschenleben zu tragen. Ich habe Unmengen an Büchern gelesen. Dachte ich wüsste nun vieles. Weit verfehlt. Dennoch habe ich es genossen, schwanger zu sein, mit meinem Baby zu reden und die Bewegungen zu spüren. Es war überwältigend und mein Herz voller Liebe und Vorfreude. ♡
Auch der Geburtsvorbereitungskurs war leider online. 
Ich fühlte mich nach wie vor nicht gut vorbereitet auf die Geburt und alles was danach kommt. 
Dennoch war die Geburt überwältigend- im positiven Sinne. Ich fühlte mich kraftvoll und selbstbestimmt. Ich hatte die Hausgeburt, die ich mir wünschte. 
 Die erste Zeit mit meiner Tochter war wunderschön. Wir hatten ein schönes Wochenbett, auch wenn ich im Nachhinein die Besuche anders regeln würde. Auch nach dem Wochenbett liebte ich die Tage mit meiner Tochter. Wir schliefen, wenn wir müde waren. Wir spazierten einfach drauf los, manchmal mehrmals am Tag. Wir teilten uns den Tag so ein, wie wir es brauchten. Wie es uns gut tat. Ich liebte die Baby-Zeit meiner Tochter. Ich bin definitiv eine Baby-Mama. Ich feierte jeden Entwicklungsschritt von ihr. Ich war aber auch verunsichert und las immer noch viel. Ich wollte alles richtig machen. Ihr Wärme, Nähe, Sicherheit, Geborgenheit und Liebe geben und vermitteln. Als sie anfing laufen zu lernen, war das einerseits wunderschön und andererseits wurde ich traurig, weil mein Baby nun kein Baby mehr war. Rund um ihren ersten Geburtstag kam der Wunsch nach einem weiteren Kind bei mir auf.                                                                                                                                                                                           
Meine Tochter ist nun zweieinhalb Jahre alt und eine große Schwester.                                                                                                            
Die Schwangerschaft mit unserem Sohn war so anders. Ich fühlte mich, als hätte man mir den Stecker gezogen. Nicht nur in den ersten Monaten, sondern die ganze Schwangerschaft über. Ich hatte keine Kraft, ich war müde, ausgelaugt, erschöpft und überfordert. Je mehr Zeit verging, desto größer wurde mein schlechtes Gewissen meiner Tochter gegenüber, weil ich nicht mehr so konnte, wie ich wollte. Weil ich mit ihr nicht die Dinge machen konnte, die ich wollte.
Ich durfte wieder eine Hausgeburt erleben. Leider gab es kein Wochenbett, wie ich es mir gewünscht habe. Meine Tochter brauchte mich und ich wollte für sie da sein. Um uns herum war viel Trubel, da war Ausruhen, Ankommen und Kennenlernen nur bedingt möglich. Diesem nicht gelebten und zelebrierten Wochenbett trauere ich heute noch nach.                                                          
Auch der Alltag ist nun ein anderer. Mehr Personen, mehr unterschiedliche Bedürfnisse, mehr unterschiedliche Energie-Levels. Weniger Schlaf. Zu wenig Hände.
Manchmal zerreißt es mich, weil ich nicht weiß was ich zuerst machen soll. Ich habe das Gefühl, keinem meiner Kinder gerecht werden zu können. Ich kann mit keinem von beiden jene Werte leben, die mir wichtig sind. Alles dreht sich irgendwie nur nur noch darum, gut durch den Tag kommen. Um zu überleben.
Und das macht mich so müde. Ich möchte genügend Energie haben und meiner Tochter die Welt zeigen. Mit ihr draußen sein und so vieles entdecken.
Ich möchte mich mit meinem Sohn zurückziehen, kuscheln und ihn einfach nur betrachten. Die schnell vergehende Zeit einfach nur anhalten.                                                                                                                                                                                                                         
Ja, auch ich fühle mich überfordert. Ständig müde und innerlich zerrissen. Auch ich habe keine Patentlösung.
Was ich mache, ist, mich immer wieder zu reflektieren. Was brauche ich? Was ist mir wichtig? Was brauchen meine Kinder? Wie kann ich einen Weg bzw. einen Kompromiss finden, der für uns alle passt?                                                                                                     
Nach diesen Antworten versuche ich, unsere Tage und Wochen zu planen und so zu leben.                                                                                
Manchmal ändern sich unsere Bedürfnisse so schnell, dass ich mir diese Fragen mehrmals täglich stelle.                                                   
Mama-Sein ist anstrengend. Mama-Sein sein ist herausfordernd.
Trotz alle dem geht mir mein Herz auf vor Liebe, wenn ich in die Gesichter meiner (schlafenden) Kinder blicke. Dann spüre ich Dankbarkeit in mir. Genauso bemerke ich auch die Müdigkeit und ich freue mich aufs Bett und hoffe auf einen erholsamen Schlaf. Naja, so viel Schlaf wie es mit zwei kleinen Kindern eben möglich ist. 😉
In diesem Sinne wünsche ich dir eine Gute Nacht. 🌠

Wie ist es bei dir? Wie empfindest du dein Mama-Sein? Vor welchen Herausforderungen stehst du gerade? Lass es mich gerne wissen.